Farbpsychologie im Marketing und ihre Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten

Farbpsychologie: Der Einfluss von Farben auf das Kaufverhalten

Farben lösen bei Menschen unterschiedliche Emotionen aus und können ausschlaggebend dafür sein, ob Sie ein Produkt kaufen oder eine positive Customer Experience beim Online-Shopping machen. Farbpsychologie im Marketing ist zu einer wichtigen Komponente im Rahmen der Unternehmensstrategie geworden, bleibt aber immer noch ein komplexes Thema mit dem Potential für Missverständnisse. Wie können Marketing-Fachleute Farben einsetzen, um das Kaufverhalten zu beeinflussen, die Conversion Rate zu verbessern und den Umsatz zu maximieren?

Die Bedeutung der Farbpsychologie im Marketing

Im Internet, genau wie in unserem Alltag, haben Farben einen wichtigen Einfluss darauf, wie wir uns verhalten und wie wir uns fühlen. Farben lösen emotionale Signale aus – sie können verschiedene Emotionen in Menschen hervorrufen und sogar darüber entscheiden, welches Telefon oder Auto Sie sich kaufen. Sie können auch die Erfahrung und den Eindruck beeinflussen, den Sie auf der Website eines Unternehmens, mit dessen Marketing-Inhalten oder in dessen Ladengeschäft machen. Tatsächlich geben 85 % der Käufer an, dass die Farbe der Hauptgrund für den Kauf eines Produkts ist. 

 Farbe hat eine starke psychologische Wirkung auf den Menschen. Wenn es um Marketing und Branding geht, müssen Unternehmen daher sorgfältig die richtigen Farben für ihre Logos, Elemente ihrer Webseiten, Bildmaterial und Marketingbotschaften auswählen. Dies macht ihre Inhalte attraktiver und sichtbarer, kann aber auch die Entscheidungen ihrer Kunden beeinflussen. Farben und Farbkombinationen haben Einfluss darauf, wohin wir schauen und wie wir mit dem, was wir sehen, in Verbindung treten und es interpretieren. Farbe kann sich letztendlich stark auf das Branding eines Unternehmens auswirken – sie kann die Markenbekanntheit um 80 % steigern – ebenso wie auf die Customer Experience, und damit natürlich auch die Conversion Rate.

Farbe und Emotion: Wie Farben anregen und inspirieren

Farbe beeinflusst jeden, kann aber sehr individuell auf Menschen wirken. Dennoch gibt die Farbpsychologie im Marketing, die sich mit den – manchmal sogar unbewussten – Effekten verschiedener Farben auf die Emotionen von Menschen beschäftigt, eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie man Farben und Emotionen am besten in Verbindung bringt. Welche Farben lassen uns also glücklich oder traurig fühlen, und welche vermitteln Aufregung im Gegensatz zu Verlässlichkeit? 

Hier ist eine kurze Aufschlüsselung einiger der gängigsten Farben und ihrer allgemeinen Auswirkungen:

Typischerweise wird Rot mit Liebe, Aufregung und Bewegung assoziiert. Es ist eine anregende und aufmerksamkeitsstarke Farbe und kann ein Gefühl der Dringlichkeit und sogar Hungergefühle erzeugen. Aus diesen Gründen wird sie häufig für Call-to-Action-Buttons auf einer Website verwendet und wird oft mit Marken wie Coca-Cola, Ferrari oder McDonalds assoziiert. 

Blau hingegen wird oft mit Ruhe und Vertrauen in Zusammenhang gebracht. Blau ist sowohl unter  Männern als auch unter Frauen die beliebteste Farbe. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Vermarkter Blau in ihren Online-Shops und für ihre Marketing-Inhalten einsetzen, um ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln und das Vertrauen in ihre Produkte zu fördern. Blau erfreut sich großer Beliebtheit in der Markenlandschaft, man denke nur an Nivea, Volkswagen oder Facebook.

Grün wird oft mit der Natur und der Umwelt assoziiert. Es ruft Gefühle von Gesundheit, Frieden und Wachstum hervor. Grün wird oft verwendet, um Kunden in Geschäften zu „entspannen“ und wird von Marken genutzt, die ökologische, natürliche, umweltfreundliche oder gesundheitsbezogene Produkte verkaufen, wie der britische Hautpflege- und Kosmetik-Hersteller The Bodyshop oder die Bio-Supermarktkette Alnatura. Selbst McDonald’s hat europaweit seinen ehemals roten Logo-Hintergrund gegen eine grüne Variante ausgetauscht, um sein neues Umweltbewusstsein nach außen darzustellen. 

Gelb, die Signatur-Farbe des Smileys, wird – wenig überraschend – mit Fröhlichkeit, Spaß und einer positiven Einstellung in Verbindung gebracht. Währenddessen kombiniert Orange die Freundlichkeit von Gelb mit der Energie von Rot, um Gefühle von Abenteuer, Originalität und Wärme zu erzeugen. Es handelt sich um eine Farbe, die häufig von Sportmannschaften genutzt wird. Auch die Motorradmarke Harley-Davidson verwendet ein kräftiges Orange und beim französischen Telekommunikationsanbieter Orange ist der Name Programm: Das Logo erstrahlt natürlich auch in dieser Farbe. Lila wird gemeinhin mit Königtum und Spiritualität in Verbindung gebracht, während Schwarz die Farbe der Exklusivität und Macht ist…und so weckt jede Farbe ganz besondere Assoziationen und muss daher im Rahmen der Farbpsychologie im Marketing berücksichtig werden. 

Farbe und Kontext: Wie Farben die Conversion Rate beeinflussen können

Wie Sie sehen, spiegeln Farben die Persönlichkeit von Marken wider. Die Wahl Ihrer Primärfarbe definiert die Identität Ihrer Marke, kann es Ihnen aber auch ermöglichen, Ihre Kernwerte und Botschaften zu vermitteln und Sie näher an Ihre Zielgruppe zu bringen. Die Verwendung von Farben in Ihrem Marketing geht jedoch weit über die ein oder zwei Farben hinaus, die Sie für Ihr Logo und das Design Ihrer Website wählen – die natürlich für die Markenkonsistenz wichtig sind. Farben sollten in allen Arten von Marketing- und Werbekanälen eingesetzt werden, um Traffic und Klicks zu erhöhen – natürlich auf Ihrem Online Shop und auf dessen Landing Pages, aber auch auf Ihren Verpackungen und der Beschilderung in den Geschäften oder in Ihren Social-Media-Posts und Werbebannern.

Basierend auf der Farbpsychologie können Farben und Farbkontraste dazu beitragen, Ihre Inhalte einladender für Ihre Leser und Besucher zu machen. Sie wirken sich auf die Benutzerfreundlichkeit und das Benutzererlebnis Ihrer Inhalte aus und helfen dabei, einen Kunden zum Anklicken von „in den Warenkorb legen“, „eine Demo buchen“ oder „jetzt abonnieren“ zu bewegen.

Andererseits können die Auswirkungen, die Farben auf die Performance Ihrer Inhalte haben, je nach Kontext variieren. Zum Beispiel können Sie bei einer Marke dem Versicherungskonzern Allianz, welche überwiegend blau nutzt, andere kontrastierende Farben verwenden, um Ihre Inhalte stärker hervorzuheben. Die Farbwahrnehmung variiert auch je nach Geschlecht, Standort und Kontext. Frauen bevorzugen vielleicht Lila, während Männer Grün lieber mögen. Einige Farben, wie z. B. Weiß, können in verschiedenen Ländern oder Kulturen unterschiedliche Bedeutungen und Assoziationen haben. Und vergessen wir nicht die saisonale Farbpalette – die Verwendung bestimmter Farben für Feiertage oder warme und kalte Farben je nach Jahreszeit. 

Die Art und Weise, wie wir auf Farben reagieren, hängt auch von unseren persönlichen Vorlieben und Erfahrungen ab. Wir können allgemeine Urteile und Klassifizierungen in Bezug auf Farben vornehmen, jedoch ist dieses Feld nicht so klar und starr, wie Marketing-Teams es sich wünschen würden. Farbpsychologie ist etwas Persönliches, und der Kontext spielt immer eine Rolle dabei, wie wir auf einen bestimmten Inhalt reagieren – oder eben nicht reagieren. Nur weil zum Beispiel Rot oft als die beste Farbe für einen Call-to-Action angesehen wird, heißt das nicht, dass dies immer der Fall sein muss.. 

Marken müssen verschiedene, kontextuelle Faktoren berücksichtigen und ihre Marketing-Inhalte  A/B-Tests unterziehen, um festzustellen, welche Farbkombinationen am besten funktionieren und den meisten Traffic und Leads/Kunden generieren.

Farbpsychologie und DAM

Wie können Unternehmen nun Farbe einsetzen, um Ihr Marketing in Sachen Farbpsychologie zu verbessern? Diese Frage beantwortet ein relativ neues Gebiet des Digital Asset Management (DAM) namens Digital Experience Management (DXM), manchmal auch als Digital Experience Platforms bezeichnet. Es ermöglicht Unternehmen, ihre Inhalte dynamisch zu verändern, um sie besser an den spezifischen Kontext der Zielgruppen anzupassen. 

Digital Experience Management macht Ihre Inhalte relevanter und wirkungsvoller, weil es ein hohes Maß an Personalisierung bietet: Es kann automatisch die Farben Ihrer Assets erkennen und ändern, um sie besser an den Kontext anzupassen. Unternehmen, die diese Art von Lösung verwenden, können anhand von Metadaten wie Asset-Typ, Produktkategorie, Lokalisierung oder Gerät usw. erkennen, welche Farbe oder welcher Farbton die Effizienz des Bildmaterials erhöht. Und dann können Sie unter verschiedenen Fotos desselben Produkts automatisch einen bestimmten Farbton für einen bestimmten Kontext auswählen oder automatisch einen Farbfilter anwenden, um ein Foto anzupassen. 

 Sie können zum Beispiel automatisch die Hintergrundfarbe, die Landschaft oder die Farbtemperatur eines Bildes ändern, so dass es am besten zur Zeit, zur Geolocation, zum Wetter oder zu den Vorlieben des Konsumenten passt. Das gleiche Konzept lässt sich auf das Ändern der Farben einer CTA-Schaltfläche auf einer Anzeige oder der Farben von Texten auf einem Flyer anwenden. Indem Sie Ihren Inhalt „atomisch“ gestalten und verschiedene visuelle Elemente schichten, um einen neuen Marketing-Inhalt zu erstellen, können Sie mehrere Kombinationen eben dieses Marketing-Inhalts erstellen, um die Kombination zu finden, die die Customer Experience und Ihre Conversion Rate verbessert und somit den Umsatz steigert. 

Farbe kann Ihrem Unternehmen viele Möglichkeiten bieten. Sie ist ein wichtiger Faktor in Ihren Branding-Bemühungen und in Ihren Marketing- und Werbematerialien, aber es handelt sich hier auch um einen Bereich, der mit anderen Variablen zusammenarbeitet. Wir mögen Produkte aufgrund von Gründen wie Geruch oder Geschmack kaufen, aber Farbe wird immer eine subtile, jedoch mächtige Variable sein, die unsere täglichen Einkäufe beeinflusst. Und genau wie in der physischen Welt hängt der erfolgreiche Einsatz von Farbpsychologie im Marketing von der Berücksichtigung anderer Faktoren ab, wie der Qualität Ihrer Inhalte oder Produkte, deren kreativem Design und Platzierung, dem spezifischen Geschmack und Kontext und natürlich der Bereitschaft, ständig zu testen.

Wie Sie Ihre Inhalte in den Dienst des Kundenerlebnis stellen können