marketing content

Wie sehen Marketinginhalte im Jahr 2025 aus?

Die Inhalte haben sich in den letzten zehn Jahren vermutlich stärker verändert als im Laufe des gesamten letzten Jahrhunderts. Und wenn das nur der Anfang war? Wie stellen Sie sich die Marketing- und Kommunikationsinhalte der Zukunft vor? Diese Frage haben wir Mélanie Viala, Gründerin und Geschäftsführerin der École Supérieure du Digital (ESD), gestellt. Seien Sie gespannt!

Was beeinflusst Ihrer Meinung nach die Veränderung der Inhalte am meisten?

Ohne Zweifel die Technologie. Die digitalen und materiellen Innovationen erweitern jeden Tag das Feld der Möglichkeiten bei der Erstellung von Inhalten: Wir befinden uns in der Ära der 360°-Videos, der virtuellen Realität, der 3D-Darstellung, der künstlichen Intelligenz, der Chatbots usw. Die Technologie bestimmt mehr als jemals zuvor nicht nur die Marketingbotschaften von morgen, sondern auch ihre Form, Verbreitung, Ausmaß usw.

Wir befinden uns am Anfang einer Revolution des Content Marketings: Während sich früher eine Marke auf die gleiche Art und Weise an Millionen von Nutzern wandte, ist es heute möglich, die Perspektive zu wechseln und einen einzigen Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verlauf seines Tages mit verschiedenen Marken anzusprechen. Inhalte sind nicht nur eine „Botschaft“, sie sind vielmehr eine individuelle und höchst effiziente „Erfahrung“.

Die Technologie ermöglicht eine neue Form der Inhalte, da sie auch immer leichter zugänglich wird:

  • Die Programme werden immer intuitiver und leichter zu bedienen. Nehmen wir zum Beispiel Adobe Fuse: Innerhalb weniger Stunden kann jeder eine 3D-Figur erschaffen, die sich bewegt!
  • Vorlagen verbreiten sich in allen Bereichen der Kreation. Man muss kein Experte für Videoschnitt mehr sein, um hochwertige Videos zu erstellen. Es genügen ein gängiges Programm und eine Videovorlage, beispielsweise von der Plattform Hive.
  • Und in Zeiten des User-generated content (UGC), erstellen die Nutzer alles selbst und teilen es mit allen. Alle IKEA-Möbel sind beispielsweise als 3D-Grafik erhältlich und können mit einem Klick in SketchUp importiert werden.

So werden Unternehmen zu wahren Medienplattformen und die Content-Erstellung kann intern kostengünstig und schnell umgesetzt werden. Genau dafür bilden wir unsere Studenten aus. Sie sind in der Lage eine Content-Strategie zu entwickeln und die Inhalte direkt umzusetzen, da sie die verschiedensten Programme beherrschen.

Kürzlich haben Sie mit Ihren Studenten eine „Learning Expedition“ ins Silicon Valley gemacht. Welche Technologien haben Sie entdeckt?

Ich sehe drei technologische Bereiche, die im Begriff sind, das Content-Marketing auf den Kopf zu stellen. Erstens Big Data, zweitens die künstliche Intelligenz und drittens die vermischte Realität oder auch Mixed Reality[1]. So ermöglicht es beispielsweise die direkte Leistungsmessung eines Inhaltes bereits, die Wege eines Kunden automatisch in nahezu Echtzeit nachzuvollziehen. Der direkte Zugang zu aufeinander folgenden Daten einer Person wird es uns sogar ermöglichen, vom „360°-Marketing“ zum „Moment-Marketing“ überzugehen: personalisierte Botschaften in jeder Situation und zu jeder Zeit! Und schließlich heben die virtuelle, erweiterte und vermischte Realität das Marketing in eine vierte Dimension. Diese innovativen Realitäten bieten neue Kontaktmöglichkeiten mit den Verbrauchern und verschaffen den Marken zudem eine neue Plattform für ihre Botschaften.

Wir werden zahlreiche Inhalte erschaffen müssen!

Ja und nein. Hier setzt die künstliche Intelligenz an: Der Inhalt wird automatisch ohne Verzögerung erstellt werden und aus einer Aneinanderkettung einzelner Sequenzen bestehen, wovon einige immer noch von Menschen entworfen werden. Anders gesagt werden wir nicht mehr einen kompletten Artikel schreiben, sondern Abschnitte, die Sinn-, Zeit-, Orts- und andere Einheiten bilden und beliebig oft kombiniert werden können. Das Gleiche gilt für Videos: Die künstliche Intelligenz wird beispielsweise aus den 15 verfügbaren die drei wichtigsten Argumente auswählen und hervorheben, die dann nach Stadt, Sprachstil, Alter, Kundenversion, Zielgruppenversion, usw. lokalisiert sind.

Sie sagen also einen Tsunami für Content Profis voraus?

Für die „Basisinhalte“: ja. Die Erstellung einfacher Inhalte wird höchstwahrscheinlich dank (oder aufgrund) immer vollständigerer und intelligenterer Softwareplattformen keine Fachkräfte mehr erfordern. Die Herausforderung verlagert sich hin zur Fähigkeit, diese Erstellung zu steuern, die Qualität zu kontrollieren und die Entwicklung und Vielfalt der Formate zu managen. Ihre Wedia-Lösungen im Bereich Marketing Resource Management sind dafür übrigens ein sehr gutes Beispiel. Die Frage zielt vielmehr auf die Talente ab: Wer wird die Inhalte der Zukunft steuern? Die Antwort ist zweigeteilt: Auf der einen Seite werden es die sein, die wie die ESD darauf vorbereitet sind, Inhalte schnell zu erstellen, all die neuen Ressourcen und Tendenzen zu testen und zu erforschen und den Fluss und das Management der erstellten Inhalte zu organisieren. Auf der anderen Seite werden es extrem techniklastige Berufe sein, die die Fähigkeit haben, Inhalte mit hohem technologischem Wert zu erstellen: High-Tech-Inhalte, wie 3D, Hologramme, Chatbots …, die Ingenieurwissen erfordern, könnten durchaus auch von der Kino- oder Videospielindustrie erstellt werden. Diese haben übrigens schon einen Fuß (oder sogar ein Bein) in der Tür: Bei Gameloft ist es zum Beispiel so, dass sie Anwendungen für Unternehmen erstellen und eine eigene Werbeabteilung aufgebaut haben; auch Entwicklungsstudios für Videospiele mischen mit. Asobo hat beispielsweise einen B2B-Zweig für die Erstellung holographischer Inhalte aufgebaut.

Müssen wir also alle unsere Inhalte in „Spielform“ und in vermischter Realität anbieten?

Nicht unbedingt. Die Erzählweisen werden einfach den technologischen Möglichkeiten folgen. Man wird weiterhin Informationen, Argumente und Emotionen liefern müssen … und in dieser Hinsicht ist die vermischte Realität einfach nur eine zusätzliche Unterstützung der traditionellen Kommunikationswerkzeuge. Ich denke übrigens, dass die vermischte Realität das Marketing und die Kommunikation bei Weitem nicht in dem Maße beeinflussen wird wie die technischen Informationen. Die Augmented-Reality-Helme sind trotz allem sehr außergewöhnlich und man muss sich ergonomisch gesehen die Mühe machen, sie aufzusetzen. Es scheint mir also wahrscheinlicher, dass wir sie im Kundenservice, in Bedienungsanleitungen oder auch für Tutorials einsetzen. Sie werden also aus der Sparte „Videospiele“ in die Sparte „Elektrogeräte“ wandern.

Über die École Supérieure du Digital

Die ESD wurde im Jahr 2014 gegründet und vereint die Kompetenzen einer Kommunikationshochschule (l’École de Condé, gegründet 1927) und einer der besten Designhochschulen Frankreichs (l’École Supérieure de Publicité). Am Scheideweg der Digitalisierung werden hier unter anderem künstlerische Fächer, Kommunikationsstrategie und IT-Entwicklung unterrichtet. Ihr Leitspruch lautet: „Lernen, um zu verstehen, denken, um zu machen, kodieren, um zu erschaffen, unternehmen, um zu aufzublühen.“

[1] Die vermischte Realität ist eine weiterentwickelte Form der erweiterten Realität, in der der Nutzer mithilfe eines oder mehrerer virtueller Hologramme mit seiner realen Umgebung interagieren kann.



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