Jahresrückblick für 2020: Ein Interview mit dem CEO von Wedia

So passte sich Wedia 2020 an und meisterte den Start in das Jahr 2021: Ein Interview mit Nicolas Boutet, dem CEO des Unternehmens Wedia

Von der Umstellung auf das Home Office bis hin zur Online-Stellung der Unternehmen und Beschleunigung des digitalen Wandels hatte 2020 bedeutende Auswirkungen auf die Industrie und die Welt selbst. Obwohl auch die Zukunft weiterhin ihre Geheimnisse birgt, werden die Herausforderungen und Trends, die durch diese globale Gesundheitskrise entstanden sind, wahrscheinlich langfristige Auswirkungen haben. In diesem Interview mit Nicolas Boutet, CEO von Wedia, analysieren wir die Erfahrungen des SaaS-MarTech-Unternehmens sowie die geplanten Maßnahmen für 2021 diesbezüglich.

Nicolas Boutet, dem CEO des Unternehmens Wedia


2020 war – gelinde ausgedrückt – ein wahrhaft ungewöhnliches und unerwartetes Jahr. Das vergangene Jahr war für alle ein einschneidendes Ereignis, welches Tag für Tag einen enormen Tribut abverlangte und sein Los an Unsicherheit für die Zukunft mit sich brachte. Die Corona-Krise betrifft uns alle, vor allem aber die Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung in Bezug auf die neu hervorzubringenden Technologien und Entscheidungen. Während dieser Krise zeigte sich, welche Unternehmen und Industriezweige besser gerüstet waren, um diese Pandemie zu überleben und welche sich rasant anpassen mussten, um schlicht und einfach überleben zu können. In vielerlei Hinsicht hat 2020 die „digitale“ Rolle verändert, um die Notwendigkeit des digitalen Wandels für das Überleben zahlreicher Unternehmen zu verdeutlichen.

Die Corona-Krise als Antrieb des digitalen Wandels

In nur wenigen Monaten mussten sich die Unternehmen an neue Arbeitsbedingungen wie das Home Office oder veränderte Verbrauchergewohnheiten anpassen. Die „digitale Wirtschaft“ erreichte 2020 ihren absoluten Höhepunkt. Der Konsum findet somit seitdem hauptsächlich im Internet statt, was die Unternehmen dazu zwang, ihre Online-Präsenz auszubauen, um zu überleben. Die Investition in die richtigen Marketing-Technologien sowie der Aufbau eines modernen technologischen Umfeldes wurde zu einem grundlegenden Faktor, um die Produktivität der Unternehmen zu gewährleisten und gleichzeitig neue digitale Kundenbeziehungen aufzubauen.

Nur SaaS-Unternehmen wie Wedia – ein DAM-Anbieter (Digital-Asset-Management) – waren in der Lage, diese Herausforderungen in diesen schwierigen Zeiten erfolgreich anzutreten. Entdecken Sie unser Interview mit Nicolas Boutet, CEO von Wedia, um zu erfahren, wie das vergangene Jahr sein Unternehmen, seine Produktion und dessen Zukunftsvision beeinflusst hat.

5 Fragen an den CEO von Wedia, Nicolas Boutet

Q1: 2020 war ein von der Corona-Krise geprägtes Jahr. Welche Auswirkungen hatte diese auf Wedia und welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um sich diesen neuen Umständen anzupassen? Wie hat die Krise Ihr Unternehmen beeinflusst?

Als wir im vergangenen März auf das Home Office umgestiegen sind, hat uns dies keine größeren Probleme bereitet. Dies lag daran, dass Wedia seinen Mitarbeitern bereits vor der Krise die Arbeit im Home Office anbot. Dieser Übergang kam zwar unerwartet und wir wussten nicht, wie lange diese neue Arbeitsweise andauern würde, aber wir mussten deshalb nicht das gesamte Unternehmen extra umstrukturieren. Unsere Mitarbeiter verfügten bereits über alle nötige Ausrüstung, um aus der Ferne wie gewohnt weiter arbeiten zu können, obwohl das vertraute Home Office dennoch etwas anders auf sie wirkte.

Einer der Vorteile eines vollständigen SaaS-Anbieters liegt darin, dass unsere Arbeitsweise ermöglichte, uns auf diese Krisensituation besser vorzubereiten, da unsere Lösungen bereits online waren und unsere Mitarbeiter nicht vor Ort arbeiten mussten. Während der Pandemie mussten alle Unternehmen, darunter auch unsere Kunden, ihre digitalen Wandlungsprozesse beschleunigen. Wir hatten wirklich großes Glück und sind unserem Team sowie unseren Kunden dankbar für die kontinuierliche Zusammenarbeit während diesem Jahr. Wir konnten somit nahtlos an unseren Projekten weiterarbeiten, auch wenn es nicht immer für unsere Kunden einfach war, da viele Unternehmen plötzlich schließen, umstrukturieren oder ihre digitale Strategie anpassen mussten. Es konnten somit bei uns keine negativen Auswirkungen durch die Krise verzeichnet werden: Unser Umsatz für 2020 stieg sogar im Vergleich zum Vorjahr um 40 % an und wir konnten unseren Personalbestand um 10 % aufstocken. Diese Krise hat Wedia mehr als jedes anderes Ereignis zuvor gestärkt.

Q2: Welche Prioritäten und Entwicklungsansätze wurden intern beispielsweise in Bezug auf die DAM-Lösungen gesetzt?

2020 hat das digitale Kundenerlebnis von Grund auf neu definiert. Da die Kunden definitiv auf das Internet umstiegen, um Ihre Käufe zu tätigen, mussten es die Unternehmen ihnen dies auf effektive Art und Weise gleichtun. Jetzt waren persönliche und ansprechende Inhalten gefragt, die über die verfügbaren digitalen Kanäle den Kunden angeboten werden mussten. Bei Wedia steht die Verbesserung der digitalen Kundenerfahrung schon lange im Mittelpunkt, was sich im vergangenen Jahr bestätigt hat. Obwohl dies keine Neuheit für uns war – da wir diese Problematik bereits vor Jahren vorausgesehen hatten – waren wir froh, dass sich unsere Strategie weiterhin verbessert und bewährt hat.

Was unsere DAM-Lösungen angeht, so hatten wir den Wunsch neue Funktionen zu entwickeln, um unsere Kunden bei der Verbesserung und Entwicklung ihrer digitalen Kundenerfahrung zu unterstützen. Das Produktteam von Wedia veröffentlichte sechs neue Versionen mit mehr als 1165 Verbesserungen, was unser Engagement widerspiegelt, schnell zu arbeiten und unseren Kunden stets eine Lösung auf dem neuesten Stand der Technik zu bieten. Wir haben den Wedia Content Picker eingeführt, um die Effizienz kreativer Teams, KI-Services für die Indizierung und Bereicherung von Medien sowie unterschiedliche erweiterte Video-Funktionen – wie das Erstellen gemischter Medien-Wiedergabelisten oder die Maximierung ihrer Videonutzung – zu fördern. Wir haben auch hart daran gearbeitet, das DAM als zentralen Ansatz in die digitalen Marketing-Technologie-Stapel für Einzelhändler und Verbrauchermarken zu integrieren und ihre Produktmarketing-Bemühungen zu unterstützen.

Q3: 2020 mussten sich die Unternehmen an die Geburt der Digital-First-Economy anpassen. Gab es wichtige Erkenntnisse oder Erfolgsgeschichten der Wedia-Kunden?

Trotz des offensichtlich komplexen Kontextes des vergangenen Jahres konnten unsere Kunden und Projekte durchaus noch zahlreiche Erfolge verschreiben. Wir wurden beispielsweise von einem der größten nordamerikanischen Stromvertreiber für ein Projekt ausgewählt, das zu 100 % aus der Ferne geleitet wurde. Auch wenn Reisen aus Europa nicht mehr möglich waren, sorgte das Engagement und die Motivation unserer Teams für Zufriedenheit und Stolz bei Wedia. Deshalb freuen wir uns sehr, diese Lösung für diesen Kunden im ersten Quartal 2021 einsetzen zu können. Weiterhin wurden wir im Jahr 2020 von einem der weltweit führenden Unternehmen der Automobilindustrie auserwählt, trotz der wirtschaftlichen Lage und der Auswirkungen der Gesundheitskrise auf diese Industriebranche. Schließlich konnten wir im vergangenen Mai unsere Lösung für eine legendäre Motorradmarke implementieren. Die Lösung wurde innerhalb von nur vier Monaten nach Unterzeichnung des neuen Vertrags bei Tausenden von Händlern und Vertriebsunternehmen der Marke eingeführt.

Meiner Meinung nach sollte uns 2020 eine Lehre sein, um nicht zu vergessen, stets flexibel zu sein. Wir sahen viele unserer derzeitigen Kunden dazu gezwungen, plötzliche Investitionen in ihre digitalen Aktivitäten zu tätigen. Während einige bereits mit E-Händlern arbeiteten, baten sie ihre Produkte noch nicht online über direkte Kanäle an. Wir mussten ihnen daher Agilität und Skalierbarkeit in unserer Lösung bieten, sowohl was die Vorgehensweise als auch das Hosting angeht. Dies war absolut notwendig, um ihnen beispielsweise zu helfen, neue Websites schnell bereitzustellen oder eine große Menge digitaler Inhalte zu veröffentlichen. Für einen Kunden haben wir die Anzahl der monatlich online gestellten Fotos mehr als verdoppelt: von 8 Milliarden Bilder auf 20 Milliarden Bilder pro Monat während der Ausgangssperre. Daher war es für unsere Kunden entscheidend, mit einem Partner wie Wedia zusammenzuarbeiten, der eine solche Skalierbarkeit und Agilität bieten kann. Ich denke, dass wir 2020 wirklich das Ende des „Standard“-DAM bedeutet, da diese Strategie nicht für die aktuelle Situation geeignet ist: Unsere Kunden benötigten ein DAM-System der neuen Generation, das sich mit all ihren anderen Lösungen kombinieren und verbinden lässt, insbesondere weil sie unter extremen Zeitdruck standen.

Q4: Wie sieht die Wedia-Roadmap in diesem Jahr 2021 aus, das etwas wer Hoffnung zulässt?

Kurz gesagt, hat 2020 unsere Strategie oder Roadmap nicht wirklich „verändert“. Unser Ziel war und bleibt es, uns auf die Bereitstellung individueller Kundenerlebnisse zu konzentrieren. Wir haben jedoch im vergangenen Jahr die Umstellung auf den E-Commerce und die Rolle der Produktvisualisierungen und Marketinginhalte im Rahmen der Online-Kaufstrategie hautnah miterlebt. Im Rahmen unserer Roadmap für 2021 möchten wir unseren Kunden einige neue und interessante Funktionen rund um ihre produktbasierten Ressourcen anbieten. Wir möchten somit die Art und Weise verbessern, wie Kunden die Medien organisieren, die mit ihren Produkten verbunden sind, und in der Lage sein, in ein und derselben Lösung nicht nur nach Medien, sondern auch nach Produkten zu navigieren. Beispielsweise sollte ein Kunde für ein Produkt alle für dieses Produkt relevanten Medienressourcen durchsuchen und abrufen können. Somit können sie Ressourcen wie Bilder, Videos oder Dokumente sowie Symbole ganz einfach einem oder mehreren Produkten zuweisen, um diese Elemente miteinander zu verknüpfen. Diese Funktion ist besonders nützlich, wenn unsere Kunden unterschiedliche Ressourcen bereitstellen müssen, ohne diese nach Produkt sortiert zu haben, oder wenn sie die neuesten Produktabbildungen an Händler oder Online-Marktplätze senden müssen. Die neue produktorientierte Navigation und Ansicht – die in unserer nächsten Version enthalten sein werden – sind für die Verbrauchermarken und den Einzelhandel von entscheidender Bedeutung, da hier zahlreiche produktspezifische Ressourcen verwalten werden müssen.

Q5: Wie sieht Wedia langfristig in die Zukunft? Welche Vision und Strategie verfolgt Wedia in den nächsten 5 Jahren?

In den nächsten Jahren werden wir uns weiterhin darauf konzentrieren, ein persönliches Kundenerlebnis online und offline zu bieten. Wir sind der festen Ansicht, dass der Vertrieb auf den Beziehungen mit den Zielgruppen und den hierbei hervorgerufenen Emotionen basiert. Die hiermit verbundenen Inhalte müssen somit in großem Maßstab über komplexe Customer Journeys bereitgestellt werden, damit die Marken ihre Kunden ansprechen und ihren Umsatz steigern können.

Während die digitale Benutzererfahrung jetzt absolute Priorität hat, ist es immer noch notwendig, diese auch auf die reale Verbraucherwelt anzupassen. Als Teil unserer Strategie für die nächsten 5 Jahre möchten wir die Bedürfnisse besser auf unsere Marketingteams aufteilen, um dem Einzelhandel den schnellen Zugriff auf Marketingtools zu ermöglichen, die auf ihre Kampagnen zugeschnitten sind.

Online müssen wir auf die ständige Notwendigkeit reagieren, das digitale Benutzererlebnis zu optimieren und ein einheitliches Erlebnis über alle digitalen Kanäle zu schaffen. Um auf diese Vision hinzuarbeiten, möchten wir in der Lage sein, alle verschiedenen Formate zu integrieren, nicht nur Fotos und Videos, sondern auch völlig neue Rich-Media-Ressourcen wie 3D-Bilder oder 360°-Ansichten. Außerdem möchten wir unsere Fähigkeit verbessern, dynamische Inhalte bereitzustellen, die unterschiedliche Elemente enthalten und sich je nach Kontext, Zielpublikum und Bildschirmgröße anpassen. Eine der wichtigsten Möglichkeiten dieser individuellen Gestaltung der Inhalte besteht darin, automatisch neue Varianten bestehender Ressourcen anhand der generativen KI zu erzeugen. Es geht hierbei darum, Inhalte aufzuteilen, damit die Marken automatisch mehrere Versionen eines Fotos oder Videos erstellen und so die Wirkung dieser Ressourcen maximieren können.

Nicht zuletzt wird das DAM auch in Zukunft einen wichtigen Platz in unserem Unternehmen einnehmen. In diesem Rahmen möchten wir den Erwartungen der verschiedenen Tätigkeitsbereiche und Marken großer Gruppen gerecht werden und ihnen die richtigen Tools zur Datenvisualisierung zur Verfügung stellen, um die Rendite der eingeleiteten Maßnahmen Schritt für Schritt zu optimieren und nachzuweisen.

Sie möchten mehr über die Vorteile einer Enterprise DAM-Lösung erfahren?